Zusammenfassung
Arbeitszeit neu denken – Impulse für ein zeitgemäßes Modell an Schulen
Warum jetzt?
- Unterricht ist nur ca. ein Drittel der Gesamtarbeitszeit.
- Zusätzliche Aufgaben (Elternarbeit, Inklusion, Digitalisierung) wachsen.
- EuGH (2019) und BAG (2022) erzwingen Arbeitszeiterfassung; Bremen plant ein Pilotprojekt.
Problem des Deputatsmodells
- Fokus nur auf Unterrichtswochenstunden (22–28, je nach Schulform).
- Keine transparente Erfassung der Gesamtarbeitszeit.
- Kaum Entlastung trotz steigender Anforderungen; wenig Spielraum vor Ort.
Hamburg: Jahresarbeitszeit seit 2003
- 75 % Unterricht, 10 % allgemeine Aufgaben, 15 % Funktionsaufgaben.
- Faktorisierung bildet Fach-/Stufenunterschiede ab.
- Stärken: Transparenz & Personalentwicklung; Schwächen: seltene Aktualisierung, neue Aufgaben teils unberücksichtigt.
Dänemark: Individuelle Jahresarbeitspläne
- Kommunale Steuerung und Budgetverantwortung.
- Arbeitsplan umfasst alle Tätigkeiten inkl. Zeitkontingenten (z. B. 200 Std. p. a.).
- Überstunden-Erfassung mit Ausgleich; Plan-Review nach drei Monaten.
Impulse für deutsche Schulen
- Alle Aufgaben sichtbar machen (inkl. Beratung, Verwaltung, Teamzeit).
- Zeitbudgets für Funktionen (z. B. IT, Koordination) festlegen.
- Regelmäßige Reviews und enge Einbindung von Personalrat & Kollegium.
- Digitale Erfassung + Faktorisierung für mehr Transparenz.
Arbeitszeit neu denken – Impulse für ein zeitgemäßes Modell an Schulen
Morgens Recht, nachmittags frei? Dieses stereotype Bild von Lehrkräften ist zählebig – aber grundfalsch. Unterricht macht nur rund ein Drittel der Arbeitszeit von Lehrkräften aus. Der Rest entfällt auf Konferenzen, Elternarbeit, Vor- und Nachbereitung, Pausenaufsichten, Korrekturen, Schulentwicklung, Inklusion, Digitalisierung. Die Belastung ist hoch, die Grenzen verschwimmen.
Trotz der wachsenden Komplexität ist das Deputatsmodell seit 150 Jahren kaum verändert worden. Dieser Beitrag beleuchtet Alternativen aus Hamburg und Dänemark und zeigt, welche Impulse bereits erprobt werden – und was Schulleitungen konkret tun können, um Entlastung und Transparenz zu schaffen.
Das Deputatsmodell: Ein Blick auf die Realität
Die Unterrichtsverpflichtung wird aktuell als Deputat in Wochenstunden definiert (je nach Schulform meist 22–28 Stunden). Alles andere bleibt ungeregelt. Der Unterrichtsanteil macht laut Studien nur etwa 35 % der tatsächlichen Arbeitszeit aus. Viele Lehrkräfte arbeiten deutlich über 48 Stunden pro Woche – auch am Wochenende und zu Nachtzeiten.
Folgen:
- Keine transparente Erfassung der Gesamtarbeitszeit
- Unzureichende Entlastung bei steigenden Anforderungen
- Wenig Spielraum für schulindividuelle Lösungen
| Web-Tipp |
Aktuelle Statistiken zur Lehrkräftearbeitszeit und der damit einhergehenden Belastung finden Sie im Deutschen Schulportal:
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Auch arbeitsrechtlich wird das Modell fragwürdig: Seit Urteilen des EuGH (2019) und des Bundesarbeitsgerichts (2022) besteht die Pflicht zur Arbeitszeiterfassung (alles Wichtige zum Thema finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales). Schulen können sich dieser Entwicklung nicht entziehen. Derzeit bereitet Bremen als erstes Bundesland eine Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte vor: Die Pilotphase soll zum Schuljahr 2026/2027 beginnen.
| Web-Tipp |
Das Deutsche Schulportal berichtet:
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Hamburg: Reform mit Vorbildfunktion?
Dänemark: Individuelle Arbeitspläne und kommunale Verantwortung
Impulse für ein neues Modell in Deutschland
Fazit
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