Wenn Alkoholprobleme im Kollegium sichtbar werden, braucht es keine medizinische Diagnose – sondern eine klare, empathische Führung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Gesprächsformate sich bewährt haben, wie Sie professionell intervenieren und welche Schritte Ihnen zur Verfügung stehen.

 

Der richtige Einstieg: Wann beginnt eine Intervention?

Wenn eine Lehrkraft wiederholt alkoholauffällig ist, steht nicht nur ihre Gesundheit auf dem Spiel – auch das Lernumfeld, die Schüler:innen, die Kollegenschaft und die Glaubwürdigkeit der Schule werden belastet. Dennoch handeln viele Schulleitungen zu spät oder zögerlich – aus Unsicherheit, Loyalität oder Angst vor Eskalation. Dabei gilt: Wer frühzeitig und transparent interveniert, kann helfen – bevor die Situation eskaliert.

Oft ist unklar, ob eine beobachtete Auffälligkeit mit Alkoholmissbrauch zusammenhängt – etwa bei:

  • häufigen Kurzfehlzeiten,
  • Stimmungsschwankungen,
  • ungewöhnlichem Verhalten im Unterricht,
  • dem Wahrnehmen einer Alkoholfahne.
Wichtig
Es braucht keinen Beweis, dass Alkohol im Spiel ist. Schon begründete Vermutungen reichen aus, um ein Gespräch zu führen.

 

Die Gesprächsformate im Überblick

Im Schulalltag haben sich vier Gesprächsformate bewährt, die schrittweise aufeinander aufbauen:

Format Zielsetzung Zeitpunkt
Fürsorgegespräch Sorgen benennen, Hilfe anbieten, Beobachtungen mitteilen Erste Auffälligkeit
Ad-hoc-Gespräch Spontan eingreifen bei unmittelbarer Auffälligkeit z. B. Alkoholfahne am Morgen
Klärungsgespräch Wiederholte Auffälligkeiten konkret ansprechen Nach erneutem Vorfall
Stufengespräche Formale Intervention mit Behörden, ggf. Disziplinarverfahren Bei ausbleibender Veränderung

 

            Haltung zeigen: Führung mit Klarheit und Empathie

            Hier finden Sie Unterstützung