Alkoholabhängigkeit erkennen
Zusammenfassung
Alkoholabhängigkeit erkennen – Hintergrundwissen für Schulleitungen
Warum Schulleitungen das Thema kennen müssen
- Alkoholprobleme im Kollegium erfordern professionelles, nicht moralisierendes Handeln.
- Verständnis für medizinische, psychologische und soziale Dynamiken stärkt Führungssicherheit.
- Ziel: fair agieren, Fürsorge wahrnehmen, Arbeitsfähigkeit sichern.
Krankheitsverständnis statt Willensschwäche
- Alkoholabhängigkeit ist als chronische Krankheit anerkannt.
- Kontrollverlust über das Trinkverhalten ist krankheitsbedingt.
- Rückfälligkeit bleibt langfristig ein Risiko – auch nach Abstinenz.
Entstehung im „Bedingungsdreieck“
- Biologisch: genetische Disposition, Reizverarbeitung.
- Psychisch: Stressbewältigung, emotionale Belastungen.
- Sozial: Umfeld, Konsumkultur, familiäre Muster.
Innere Rechtfertigungen verstehen
- „Ich brauche das zum Runterkommen“, „Ich funktioniere besser“ u. ä.
- Diese Überzeugungen sind Teil der Erkrankung und behindern Hilfesuche.
- Rechnen Sie zu Beginn mit Abwehrreaktionen im Gespräch.
Warnzeichen im Schulalltag
- Frühzeichen: häufige Kurzfehlzeiten (Mo./nach Feiertagen), Leistungsschwankungen, Rückzug.
- Körperlich: Zittern, Alkoholgeruch, Schwitzen, Müdigkeit/Reizbarkeit.
- Konkrete Hinweise: Rausch in Dienstzeit, Verschleierung (neutrale Flaschen).
- Wichtig: Häufung und Dauer zählen – nicht Einzelereignisse.
Schulkultur & blinde Flecken
- Gewohnte Rituale (Geburtstagssekt, „Feierabendbier“) erschweren Offenheit.
- Risiko von Co-Alkoholismus: Schweigen, Dulden, Mittragen.
- Führung heißt: Diskurse anstoßen, Haltungsarbeit leisten.
Kompetent handeln & Netzwerke nutzen
- Regelmäßig in Suchtprävention fortbilden (z. B. DHS).
- Eigene Haltung reflektieren, Vorbildfunktion klären.
- Kollegiale Fallberatung/Supervision einbinden.
- Kooperation: Suchtberatung, schulpsychologische Dienste, betriebliche Ansprechpartner:innen.
Alkoholabhängigkeit erkennen – Hintergrundwissen für Schulleitungen
Wer als Schulleitung mit suchtbedingtem Verhalten im Kollegium konfrontiert ist, sollte verstehen, was hinter Alkoholabhängigkeit steckt – und warum Betroffene oft erst spät Hilfe annehmen. Dieser Beitrag liefert das nötige Hintergrundwissen: kompakt, verständlich und mit Blick auf die schulische Realität.
Warum Sie als Schulleitung Alkoholabhängigkeit verstehen sollten
Ob als Einzelfall oder strukturelles Problem: Wenn Alkohol am Arbeitsplatz Schule sichtbar wird, stehen Schulleitungen vor der Herausforderung, professionell zu handeln – ohne zu pathologisieren oder zu bagatellisieren. Dabei hilft es enorm, die psychologischen, medizinischen und sozialen Dynamiken der Alkoholabhängigkeit zu kennen.
Alkoholismus ist eine Krankheit – keine Willensschwäche
Seit 1968 wird Alkoholabhängigkeit vom Bundessozialgericht als chronische Krankheit anerkannt – „in der Regel nicht selbst verschuldet“. Diese Definition verpflichtet Führungskräfte zur Fürsorge, ohne ihre Rolle als Arbeitgeber:in oder Vorgesetzte:r zu verlieren.
Das bedeutet:
- Alkoholismus kann jede Person treffen – unabhängig von Persönlichkeit oder Belastung.
- Die Betroffenen verlieren im Verlauf der Erkrankung die Kontrolle über ihr Trinkverhalten.
- Auch nach langer Abstinenz kann ein Glas Alkohol einen Rückfall auslösen.
Wie Alkoholabhängigkeit entsteht – ein Blick auf das „Bedingungsdreieck“
Die Entwicklung verläuft meist schleichend – oft über Jahre. Es gibt kein eindeutiges Frühwarnzeichen, sondern ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren:
Warnzeichen erkennen – auch ohne Diagnose
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