Was ist das Geheimnis ausgezeichneter Schulen? Diese Frage haben Sie sich vielleicht auch schon einmal gestellt. Ausgangspunkt meiner Studie war die Annahme, dass die Preisträgerschulen des Wettbewerbs „Der Deutsche Schulpreis“ durch besondere Lern- und Anpassungsfähigkeit erfolgreich wurden. Daraus lässt sich ableiten, dass sie Strukturen entwickelt haben, die – wie die Organisationsforschung zeigt – Lernen und Innovation fördern (vgl. Krüger 2020).

 

Warum das Thema gerade jetzt relevant ist

Ein traditionell langfristig geplantes Schuljahr gehört der Vergangenheit an. Digitale Bildung, Kommunikation, Chancengerechtigkeit, Sicherheit, Zusammenarbeit und Zusammenhalt müssen neu gedacht werden. Ein allgemeines Rezept gibt es nicht, doch das richtige Umfeld erhöht die Chancen auf passende Lösungen. Genau hier setzen die Erkenntnisse meiner Arbeit an: Sie bieten Schulen Reflexions- und Impulsfolien, um produktive Lernumwelten bewusst zu organisieren.

Die Ergebnisse lassen sich drei Bedingungen zuordnen:

  • motivationale,
  • prozessuale und
  • infrastrukturelle.

Dabei wurden komplexe Zusammenhänge notwendigerweise reduziert, Nebenwirkungen ausgeblendet und Feedbackeffekte minimiert – eine typische Vorgehensweise in der Organisationsforschung (vgl. March 2016). Doch gerade diese Vereinfachung ermöglicht Handhabbarkeit und schafft damit den Rahmen für reflektiertes organisationales Lernen.

 

Und jedem Anfang wohnt eine Irritation inne

In der neueren soziologischen Systemtheorie steht das Verhältnis von System und Umwelt im Zentrum (Luhmann 1984). Umweltereignisse wirken als Irritationen, auf die das autopoietische System nach eigener Logik reagiert – der Output ist also nicht von außen bestimmbar (Simon 2015).

Für Organisationen lassen sich drei Mechanismen evolutionärer Veränderung unterscheiden:

  1. Variation – Reaktionen zur Kompensation von Störungen öffnen Strukturen für neue Möglichkeiten.
  2. Selektion – bewährte Reaktionen wiederholen sich und bilden Muster.
  3. Retention – erfolgreiche Reaktionen werden in Routinen überführt und verfestigt (Luhmann 1971; Holtappels/Rolff 2004; Simon 2015).

      Visionen als Fundament

          Mit den richtigen Anreizen Innovationszurückhaltung verringern

            Fazit: Anreize sind ein bedeutsamer Baustein für erfolgreiche Schulentwicklung