Schulen stehen heute vor komplexen Herausforderungen: von Inklusion über den Fachkräftemangel bis hin zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und multiprofessioneller Zusammenarbeit. Gleichzeitig erwarten Eltern, Politik und Gesellschaft, dass Schulen sich stetig weiterentwickeln und Lösungen finden. Doch wie gelingt es Schulleitungen, solche Prozesse konstruktiv und wirksam zu gestalten?

Ein Ansatz, der sich auch im Bildungsbereich zunehmend etabliert, ist Design Thinking – eine Methode, die ursprünglich aus der Innovationsarbeit in Unternehmen stammt und mittlerweile weltweit in Schulen, Universitäten und Verwaltungen Anwendung findet. Sie fördert Kreativität, Partizipation und lösungsorientiertes Handeln.

Im Folgenden erfahren Sie, wie Design Thinking funktioniert, welchen Nutzen es für die Schulentwicklung hat und wie Sie als Schulleitung damit Veränderungsprozesse an Ihrer Schule anstoßen können.

Design Thinking – kreative Lösungen entwickeln

Design Thinking ist ein strukturierter Prozess, der die Bedürfnisse der Beteiligten ins Zentrum stellt. Anders als in klassischen Projektplanungen geht es nicht um einen sofort fertigen Maßnahmenplan, sondern darum, das Problem wirklich zu verstehen. Darauf aufbauend werden Ideen entwickelt, erprobt und angepasst – ganz im Sinne von „trial and error“.

Die Methode eignet sich besonders für komplexe Fragen ohne einfache Lösung: Wie sichern wir trotz Lehrkräftemangel guten Unterricht? Wie verankern wir Digitalisierung nachhaltig im Schulalltag? Welche Strukturen stärken das Miteinander im Team?

Der Prozess verläuft in sieben Schritten – vom Klären der Ausgangssituation bis zum Feiern erster Erfolge.

Der Prozess: Design Thinking

 

Ausgangssituation klären

Bevor Sie in die eigentliche Analyse starten, nehmen Sie sich Zeit für eine Bestandsaufnahme: Wo steht Ihre Schule aktuell? Welche Stärken haben Sie, auf die Sie bauen können? Schulleitungen erleben im Alltag oft eine Vielzahl an Problemen, aber die Ressource „das läuft bei uns schon gut“ ist eine wichtige Grundlage. Vielleicht ist es die engagierte Elternarbeit, die gute Kooperation mit externen Partner:innen oder der starke Zusammenhalt im Kollegium. Indem Sie solche Faktoren sichtbar machen, schaffen Sie einen sicheren Ausgangspunkt für den weiteren Prozess.

Tipp
Bitten Sie Ihr Kollegium, Geschichten von gelungenen Momenten im Schulleben zu erzählen – etwa ein besonders gelungener Projekttag, eine erfolgreiche Kooperation mit einem Sportverein oder eine innovative digitale Lernidee. Diese „Erfolgsstorys“ setzen Energie frei und eröffnen einen positiven Blick auf die Entwicklung.

Beobachten und Informationen sammeln

      Visionen entwickeln und Herausforderung formulieren

        Fazit