Diklusion – was heißt das?

Das gesamte Kollegium in den digitalen Wandel einzubeziehen, ist eine große Herausforderung – insbesondere wenn die Querschnittsaufgaben Digitale Medien und Inklusion zusammentreffen und Widerstände entstehen. Umso wichtiger ist ein breit angelegtes, zielgerichtetes Fortbildungsangebot, das von einer Steuergruppe systematisch initiiert wird und alle Lehrkräfte in der Professionalisierung für einen digital-inklusiven Unterricht unterstützt.

Diklusion ist ein Neologismus aus „Digitalität“ oder auch „digitale Medien“ und „Inklusion“. Der Begriff #diklusion wurde von der Autorin Dr. Lea Schulz als sogenannter Hashtag auf dem sozialen Netzwerk Twitter ins Leben gerufen, um die notwendige Verbindung der beiden größten Herausforderungen in der Schulentwicklung zu verdeutlichen.

 

Diklusive Kompetenzen – auch eine Frage der Haltung

Die Kultusministerkonferenz hat sich bereits im Jahr 2011 eindeutig für die inklusive Bildung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Schulen ausgesprochen und überarbeitet seit 2014 die verschiedenen Anforderungen und Fachcurricula:

„Unser vornehmliches Ziel bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention ist das gemeinsame Lernen von jungen Menschen mit und ohne Behinderung. Die Länder haben diese Herausforderung angenommen und bereiten die Lehrerinnen und Lehrer auf den Umgang mit der Vielfalt in einem inklusiven Schulsystem vor.“

(KMK 2014, S. 1)

Gleichfalls wird die Förderung von Medienkompetenz als Querschnittsaufgabe seit der KMK-Strategie Bildung in der digitalen Welt erachtet (vgl. KMK 2016). Im Zusammenspiel der beiden Innovationen Inklusion und Digitalität innerhalb einer diklusiven Schule besteht in Bezug auf die Lehrkräfteprofessionalisierung die Frage der diklusiven Kompetenzen. Im nachstehenden Modell wurden die Kompetenzen für eine inklusive Bildung nach Fischer (2017) sowie die sechs Dimensionen der medienpädagogischen Grundbildung nach Buschhaus et al. (2013) in ein Modell zusammengeführt (vgl. Abb. 1), dessen Grundlage eine professionelle pädagogische Haltung in Bezug auf die Inklusion und den Einsatz digitaler Medien ist.

 

Kompetenzmodell mit fünf pädagogischen Kompetenzbereichen, die mit medienpädagogischer Kompetenz verknüpft sind.

Abb. 1: Diklusive Kompetenzen der Lehrkräfte, eigene Grafik (in Anlehnung an Fischer 2017 und Buschhaus et al. 2013) (Diklusive Schulentwicklung, Dr. Schulz)

 

Reflexion: Wie ist es in Ihrem Kollegium?

        Fortbildungsplanung

            Angebote mit niederschwelligem Zugang zum selbstgesteuerten Lernen

            Mikrofortbildungen

                Kollegiale Unterrichtshospitation