In einer digital vernetzten Welt brauchen Schülerinnen und Schüler mehr als reines Faktenwissen. Selbstreguliertes Lernen macht Lernende zu aktiven Gestalter:innen ihres Lernprozesses. Sie wählen Inhalte, Methoden und Lernpartner, setzen sich (mit Unterstützung) eigene Ziele, planen ihr Vorgehen und reflektieren die Ergebnisse. Lehrkräfte begleiten als Coaches, beobachten und beraten.

Gleichzeitig spielt die Gestaltung von Lernzeiten im Ganztag eine Schlüsselrolle. Die Qualitäts‑ und UnterstützungsAgentur (QUA‑LiS NRW) definiert Lernzeiten als differenzierte Übungs- und Vertiefungsphasen, in denen Schüler:innen individuell gefördert werden. Gut konzipierte Lernzeiten schaffen Bildungsgerechtigkeit, weil sie sich an unterschiedlichen Ausgangslagen, Neigungen und Bedarfen orientieren. Dieser Leitfaden verbindet beide Ansätze: Er zeigt, wie Schulleitungen SGL mit Lernzeiten koppeln und systematisch in die Schulentwicklung einbinden können.

Bestandsaufnahme und Unterrichtsstandards

An jeder Schule existiert wertvolles Know‑how über guten Unterricht. Doch diese Expertise darf keine Privatangelegenheit einzelner bleiben: sie sollte als schulweiter Standard festgelegt werden. Es empfiehlt sich, zunächst eine Bestandsaufnahme durchzuführen und Unterrichtsroutinen sichtbar zu machen. Ein Fragebogen hilft, die Abläufe einer Unterrichtsstunde zu reflektieren und in einer späteren Konferenz gezielt diskutieren zu können.

Unterrichtskonzepte zusammentragen: Nach der Befragung hören sich Kolleg:innen gegenseitig ihre Unterrichtskonzepte an und definieren einen Minimalstandard für guten Unterricht. Dieser Konsens wird in einem verbindlichen Dokument festgehalten.

Transparenz und Verbindlichkeit: Vereinbarte Standards müssen schulischen Gremien vorgestellt und abgestimmt werden. Als Schulleitung tragen Sie Verantwortung dafür, dass diese Regeln eingehalten werden. Nutzen Sie regelmäßige Reflexionsrunden oder Unterrichtshospitationen (z. B. durch Eltern), um die Umsetzung zu sichern.

Tipp

:Begeben Sie sich in die Rolle der Lehrkraft: Denken Sie daran, auch Ihren eigenen Unterricht einmal genauer zu betrachten. Wenn Sie den Fragebogen genauso ehrlich und umfassend wie Ihre Kolleginnen und Kollegen ausfüllen, fällt Ihnen eine Diskussion über die Inhalte leichter. Außerdem schaffen Sie eher Akzeptanz bei Ihrem Kollegium, wenn Sie später zu einem Konsens finden wollen.

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dass Schülerinnen und Schüler…

  • den Unterricht ihrer Lehrkraft besser als Sie kennen?
  • genau wissen, was ihnen im Unterricht nutzt und sinnvoll für sie ist?
  • kreative Ideen in Bezug auf die Unterrichtgestaltung haben?

 

Als Team eine Basis schaffen – Unterstützung im Blick haben

Nachdem Sie mit Ihrem Kollegium verbindliche Grundlagen geschaffen haben, geht es darum, diese gemeinsam weiterzuentwickeln. Wichtig ist dabei, das Team als Ganzes im Blick zu behalten und gleichzeitig individuelle Bedürfnisse ernst zu nehmen.

    Ein gemeinsames Ziel definieren – Anknüpfung an Vorhandenes mitdenken

        Schülerinnen und Schüler einbeziehen – ihre Perspektive nutzen

          Fazit