Feedback ist fester Bestandteil schulischer Arbeit: Schülerinnen und Schüler geben Rückmeldungen an Lehrkräfte, Kolleginnen und Kollegenhospitieren und beraten sich gegenseitig. Oft übersehen wird jedoch die Schulleitung – dabei kann gerade hier Feedback Transparenz schaffen, Beteiligung fördern und die Schule als lernende Organisation stärken.

Bedeutung für Schulleitungen

Feedback zeigt, welche Entscheidungen erfolgreich sind und wo Veränderungsbedarf besteht. Es eröffnet Chancen: Kollegium und Verwaltung werden aktiv in die Entwicklung einbezogen, und die Schulleitung erhält konkrete Hinweise zur Wirksamkeit des eigenen Handelns.

 

Direktes und indirektes Feedback

Nicht jedes Feedback hat denselben Stellenwert.

  • Indirektes Feedback entsteht oft beiläufig – etwa in einem Gespräch im Lehrerzimmer. Es eignet sich gut, um kleine Anliegen schnell und unbürokratisch zu klären.

  • Direktes Feedback hingegen ist bewusst geplant, folgt klaren Kriterien und wird regelmäßig eingeholt. Es richtet sich auf einen bestimmten Fokus, zum Beispiel die interne Kommunikation oder die Organisation von Konferenzen.

Damit Feedback seine volle Wirkung entfalten kann, sollte es nicht im Verborgenen stattfinden. Kommunizieren Sie Ziel und Rahmenbedingungen immer offen im Kollegium – zum Beispiel im Rahmen einer Lehrerkonferenz. Auf diese Weise entsteht Schritt für Schritt eine Feedbackkultur, die Vertrauen schafft und die Schulentwicklung nachhaltig unterstützt.

Wichtig
Allgemeine Ziele von Feedback

  • Zusammenarbeit im Team verbessern
  • Verhaltensweise eines Mitarbeitenden ändern, nicht die Person
  • Sichtweisen und Perspektiven der Mitarbeitenden kennenlernen
  • Wahrnehmung in Bezug auf andere Personen überprüfen
  • Konstruktive Reflexionen anstreben
  • Verbesserungen von Handlungen o. Ä. erreichen

Jörg Fengler zeigt in seinem Werk „Feedback geben“ Kriterien für ein erfolgreiches Feedback auf. Feedback soll hiernach beschreibend, konkret, einladend, verhaltensbezogen, erbeten, sofort, klar, pointiert und durch Dritte überprüfbar sein. Die Wirkung des Feedbacks auf den Feedbacknehmer ist demnach mitentscheidend für den Erfolg von Feedback als Schulentwicklungsinstrument. Falls sich der Feedbacknehmer beispielsweise durch die Rückmeldung angegriffen fühlt, weil diese nicht den vereinbarten Kriterien genügt, ist die Wirkung im Hinblick auf die (gewünschten) Veränderungen klein.

Es gibt zahlreiche geeignete Anlässe, bei denen Feedback helfen kann. So ist es beispielsweise möglich, am Ende eines Schuljahres um Feedback vom Kollegium zu bitten. Das bietet den Vorteil, dass Sie als Schulleitung über die unterrichtsfreie Zeit Verbesserungen für das neue Schuljahr vornehmen können.

Offenes und geschlossenes Feedback

Es unterschieden sich nicht nur das direkte und indirekte bzw. kriterienfreie und kriterienbasierte Feedback, sondern auch die offene und geschlossene Art der Rückmeldung. Diesen Unterschied möchte ich durch die zwei Feedbackmethoden „Zielscheibe“ (eher offenes Feedback) und „One Minute Paper“ (eher geschlossenes Feedback) vorstellen. Sie als Schulleitung entscheiden zusammen mit den entsprechenden Gremien oder dem Gesamtkollegium, welche Art Sie einsetzen.

Feedback mit digitalen Werkzeugen