Warum Einsamkeit ein Thema für Führungskräfte ist

Schulleitungen stehen an der Spitze des schulischen Systems. Sie tragen Verantwortung, treffen Entscheidungen, koordinieren Prozesse und stehen vielfach im Mittelpunkt schulischer Kommunikation. Und doch fühlen sich viele in dieser Position einsam. Diese Einsamkeit ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein strukturelles Phänomen, das eng mit der Rolle als Führungskraft verbunden ist. Wer das versteht, kann gezielt gegensteuern.

 

Schule ist kein „normales“ Unternehmen

Auf den ersten Blick wirken Schulen wie mittlere Organisationen mit Personalverantwortung, Budgetfragen und Teamstrukturen. Doch das Schulwesen hat Besonderheiten, die es von klassischen Unternehmen unterscheidet:

  • Autonomie im Unterricht: Lehrkräfte arbeiten in ihrem Kernprozess – dem Unterricht – allein. Anders als in vielen Unternehmen gibt es keine kontinuierliche Zusammenarbeit im „Kerngeschäft“.
  • Hohe Kommunikationsdichte: Gleichzeitig ist das schulische Leben von zahlreichen institutionalisierten Austauschformaten geprägt: Konferenzen, Teamsitzungen, Gespräche im Lehrerzimmer.
  • Sozialisierung innerhalb des Systems: Schulleitungen stammen in aller Regel aus dem eigenen Kollegium. Der Rollenwechsel vom Kollegen zur Vorgesetzten erfolgt intern – mit allen Spannungen, die das mit sich bringt.

Diese Kombination aus Einzelarbeit, kollektiven Strukturen und interner Beförderung schafft ein Spannungsfeld, das Einsamkeit begünstigen kann.

 

Vom Kollegen zur Leitung – ein unterschätzter Rollenbruch

Viele Schulleiterinnen und Schulleiter erleben ihren Rollenwechsel als tiefgreifenden Bruch: Gestern noch Teil des Kollegiums, heute verantwortlich für Schulentwicklung, Personalfragen, Konfliktmoderation und Qualitätssicherung. Auch wenn vorher schon Leitungsaufgaben übernommen wurden, ist die Gesamtverantwortung eine andere Dimension.

Die Kommunikation verändert sich: Aus Gesprächen unter Kolleginnen und Kollegen wird eine vertikale Kommunikation. Entscheidungen müssen getroffen, Leistung eingefordert und Entwicklungen verantwortet werden. In flachen Hierarchien wie in Schulen ist die Spitze besonders exponiert – und oft allein.

Strategien gegen die Einsamkeit

Fazit: Heute beginnen, nicht warten