Warum scheitern selbst gut vorbereitete Gespräche im Schulalltag? Und wie können Schulleitungen mit einfachen, aber wirkungsvollen Methoden echte Verbindungen schaffen? In diesem Beitrag entdecken Sie, wie Haltung und aktives Zuhören den entscheidenden Unterschied machen – und warum diese Fähigkeiten für Ihre Führungsarbeit unverzichtbar sind.

 

Warum Kommunikation Führungsaufgabe ist

Die Arbeit in der Schulleitung besteht zu einem großen Teil aus Gesprächen: im Kollegium, mit Eltern, mit Behörden, mit externen Partnern. Doch im Unterschied zur klassischen Führung in der Wirtschaft stehen Schulleitungen nur begrenzt hierarchische Machtmittel zur Verfügung. Deshalb gilt: Wer führen will, muss überzeugen, Vertrauen schaffen und Konflikte konstruktiv ansprechen.

Kommunikation ist damit kein „weiches“ Beiwerk, sondern ein zentrales Führungsinstrument. Aber: Gute Gesprächsführung lässt sich nicht aus Büchern lernen wie eine mathematische Formel. Es geht um Haltung, Aufmerksamkeit und die Bereitschaft zur Selbstreflexion.

Gute Gespräche beginnen mit gutem Zuhören. Was simpel klingt, ist in der Schulpraxis schwer umzusetzen. Denn Schulleitungen sind oft darauf trainiert, schnell zu reagieren, Entscheidungen zu treffen und Informationen weiterzugeben – und das unter Zeitdruck.

Doch in sensiblen Gesprächen ist aktives Zuhören entscheidend:

  • Inhalte erfassen: Was bewegt mein Gegenüber?
  • Emotionen wahrnehmen: Wie betroffen ist die Person?
  • Intention erkennen: Was wird erwartet oder erhofft?

Aktives Zuhören bedeutet mehr als „mhm“ oder „Ich verstehe“. Es braucht innere Haltung: geduldig sein, sich zurücknehmen, in Ruhe den Raum für das Gegenüber schaffen. Auch die Körpersprache hilft: eine offene Sitzposition, ein Lächeln, direkter Blickkontakt.

Bin ich im Zuhörmodus?
Stellen Sie sich vor dem Gespräch folgende Fragen:

  • Habe ich ausreichend Zeit eingeplant, um wirklich zuhören zu können?
  • Bin ich innerlich bereit, mein eigenes Redebedürfnis zurückzustellen?
  • Habe ich eine ruhige, offene Körperhaltung?
  • Kann ich mein Handy bzw. andere Ablenkungen für die Dauer des Gesprächs ausschalten?
  • Bin ich bereit, meinem Gegenüber echtes Interesse entgegenzubringen?

 

Wenn Sie mehr als zwei Fragen mit Nein beantworten, sollten Sie den Gesprächszeitpunkt ggf. überdenken.

 

Wahrnehmen, was zwischen den Zeilen liegt

Perspektivwechsel als Brückenbauer

    Fazit: Gesprächsführung beginnt bei der eigenen Haltung