In nahezu jedem Kollegium gibt es sie: Lehrkräfte, die sich engagiert in die Schulentwicklung einbringen – und solche, die neue Ideen eher als Zumutung empfinden. Für Schulleitungen bedeutet das eine dauerhafte Gratwanderung. Ihr Auftrag: die Weiterentwicklung der Schule voranzubringen. Doch wie gelingt das, wenn ein Teil des Kollegiums mauert?

Schulentwicklung braucht Mitwirkung – doch nicht alle ziehen mit

Widerstand ist normal – und berechenbar! In jeder Schule zeigt sich ein Spektrum an Engagement. Die Mehrheit der Kolleginnen und Kollegen bewegt sich im „Mittelfeld“: pragmatisch, offen, aber nicht überengagiert. Daneben gibt es:

  • 10 % Motoren der Entwicklung: hochengagiert, vernetzt, mitreißend
  • 10 % Verweigerer: dauerhaft unbeteiligt, kritisch, teils demotiviert

Als Schulleitung lohnt es sich, die Energie auf die breite Mitte und die Engagierten zu fokussieren. Wer nicht will, wird sich nicht ändern – aber er oder sie muss das System nicht blockieren.

 

Warum manche bremsen: Berufsauffassungen verstehen

Die Forschung zeigt: Viele Lehrkräfte bringen bestimmte Haltungen schon mit in den Beruf. Udo Rauin (2007) identifiziert z. B. Lehrpersonen, die den Beruf eher aus Notlösung oder Sicherheitsdenken wählen. Engagement für Schulentwicklung ist dort selten Teil des Selbstverständnisses.

Weitere Berufstypen definieren sich beispielsweise nach Uwe Schaarschmidt oder Friedrich Soretz:

  • Entwicklungstyp: motiviert, innovativ, lernfreudig
  • Stabilisierungstyp: pflichtbewusst, aber auf Routine bedacht
  • Problemtyp: stark belastet, konfliktscheu
  • Resignationstyp: enttäuscht, innerlich gekündigt
  • Krisentyp: emotional erschöpft, instabil

Diese Typologie hilft, Kolleginnen und Kollegen besser einzuschätzen und individuell zu führen.

Tipp
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Führung in der Spannung: Zwischen Stärkenförderung und Loslassen

    Zwei Beispiele aus der Praxis: Widerstand produktiv wenden

    Was wirklich zählt: Pragmatisch, empathisch, strategisch