Schulen sind keine Inseln – auch wenn sie im Alltag manchmal so wirken. Tatsächlich gibt es in anderen gesellschaftlichen Bereichen längst erprobte Lösungen für Herausforderungen, mit denen auch Bildungseinrichtungen ringen. Warum also nicht über den Tellerrand schauen? Die agile Softwareentwicklung – ursprünglich aus der IT-Branche – bietet überraschend viele Impulse für Schul- und Unterrichtsentwicklung. Besonders im Hinblick auf Inklusion und Barrierefreiheit können Schulleitungen hier wertvolle Anregungen finden.

 

Inklusion weiter denken: Ein moderner Inklusionsbegriff

Angenommen Sie stehen vor der Herausforderung, Tablets in Ihrer Schule einzuführen. Die Voraussetzungen sind geschaffen, die Infrastruktur ist da und die Geräte kommen zum neuen Schuljahr. Sie haben in der Schulentwicklung priorisiert, dass Sie den Fokus auf die Unterrichtsentwicklung legen, um den sinnvollen Einsatz der Tablets in den verschiedenen Fächern oder Formaten zu planen.

Die UNESCO definiert Inklusion als ein Bildungssystem, in dem alle Menschen unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Behinderung oder anderen Merkmalen die gleichen Chancen auf hochwertige Bildung haben. Diese Perspektive geht weit über den deutschen Fokus auf Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf hinaus.

„Bis 2030 für alle Menschen inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung sicherstellen sowie Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen fördern.“

Ziel 4 der Sustainable Development Goals (SDGs)

In dieser Logik bedeutet Inklusion nicht, für einige Wenige „Extrawege“ zu schaffen – sondern Strukturen so zu gestalten, dass sie von vornherein für eine möglichst große Vielfalt an Lernenden funktionieren.

A11y: Was digitale Barrierefreiheit mit Schulentwicklung zu tun hat

In der agilen Softwareentwicklung spricht man von „A11y“ – der Kurzform für Accessibility, also Barrierefreiheit. Gemeint ist, digitale Produkte so zu gestalten, dass sie von möglichst vielen Menschen genutzt werden können – unabhängig von Einschränkungen oder technischen Hürden.

Digitale Barrieren können z. B. sein:

  • unübersichtliche Menüführung
  • fehlende Untertitel bei Videos
  • geringe Farbkontraste
  • nicht anpassbare Schriftgrößen
  • fehlende Tastaturnavigation

    Von Gleichberechtigung zu echter Gleichstellung

    Der Curb-Cut-Effekt: Wenn Barrierefreiheit allen nutzt

    Temporär, situativ oder dauerhaft? Beeinträchtigungen sind nicht immer sichtbar

    Assistive Technologien: Mehr als nur Hilfsmittel

      Fazit: Inklusion durch systemische Barrierefreiheit ermöglichen