Zusammenfassung
Fortbildungen nachhaltig gestalten – So sichern Sie Transfer und Wirkung im Kollegium
Herausfordernde Rahmenbedingungen
- Hohe Belastung, wenig Zeit: Transfer scheitert oft im Schulalltag.
- Unterricht ist unvorhersehbar; schnelle, ruhige Interventionen sind zentral.
- Forschung: Wertschätzung/Proaktivität reduziert Störungen und stärkt Wirkung.
Neues Verhalten wirklich aufbauen
- Intrinsische Motivation reicht allein nicht; Rückfälle sind normal.
- Rückfallprophylaxe: Priorisieren, kleine Schritte, „Ausrutscher“ einplanen.
- Strukturen helfen: Austauschgefäße im Kollegium fest verankern.
Fortbildungsdesign & Autonomie
- Inhalte mit hohem Unterrichtsbezug erhöhen Akzeptanz.
- Beteiligung der Lehrkräfte an Themenwahl verhindert Reaktanz.
- Praxisnähe durch aktives Üben und wiederholtes Erproben.
Support-Teams als Transfermotor
- Zielverantwortung, Fehlertoleranz und Vertrauenskultur fördern Umsetzung.
- Klare Zielformulierungen, Vorteile verdeutlichen, Hindernisse antizipieren.
- Kollegiale Hospitation und schulweite Rückmeldungen nutzen.
Rolle der Schulleitung
- Interesse zeigen, lösungsorientiert nach Erfolgen fragen.
- Leitbild verankern: Anerkennung, Prävention, Intervention vereinbaren.
- Termine für Support-Teams bereits vor der Fortbildung festlegen.
Tools aus dem Beitrag
- Positive-Self-Monitoring-Tabelle zur Fortschrittsdokumentation.
- Infokasten „Erfolge erzielen“ mit Mini-Schritten & Zielklarheit.
- Transfer-Blatt: „Das für mich Wichtigste aus dieser Fortbildung“.
Fazit
Schulleitungen steigern Lerntransfer, wenn sie Autonomie sichern, praxisnah üben lassen und verbindliche Support-Teams etablieren. Mit Leitbildverankerung, lösungsorientierter Führung und Monitoring wird aus Fortbildung nachhaltig verändertes Unterrichtshandeln.
Fortbildungen nachhaltig gestalten – So sichern Sie Transfer und Wirkung im Kollegium
Fortbildungen sind unverzichtbar, um Schulen weiterzuentwickeln. Sie eröffnen neue Perspektiven, vermitteln erprobte Methoden und schaffen Anlässe für kollegialen Austausch. Doch eine Frage bleibt zentral: Wie wird aus einmaligen Impulsen nachhaltige Praxis? Die Erfahrung zeigt: Allzu oft verpufft die Wirkung im Schulalltag. Was im Seminar motivierend und klar erscheint, gerät angesichts voller Stundenpläne, spontaner Störungen und hoher Belastung schnell in den Hintergrund. Studien der letzten Jahre bestätigen diese Beobachtung. Sie machen zugleich deutlich, welche Rolle Schulleitungen dabei spielen, den Transfer in den Schulalltag zu sichern.
Warum Fortbildungen oft verpuffen
Fortbildungen gelten als Herzstück der Schulentwicklung – doch die Erfahrung zeigt: Das im Seminar Gelernte findet oft nur schwer seinen Weg in den Schulalltag. Viele Lehrkräfte starten motiviert, doch zwischen Korrekturen, Konferenzen und Unterrichtsvorbereitung bleibt wenig Raum, um neue Impulse wirklich umzusetzen.
Für Schulleitungen und Fortbildungsplaner:innen stellt sich daher die zentrale Frage: Wie gelingt es, dass Fortbildungen nachhaltig wirken – und nicht nach wenigen Wochen verpuffen?
Anspruchsvolle Rahmenbedingungen
Die Anforderungen an Lehrkräfte haben sich in den vergangenen Jahren eher verschärft. Digitalisierung, Inklusion, Integration von Kindern mit Fluchterfahrung und zuletzt der Umgang mit Künstlicher Intelligenz verlangen ständige Anpassungsprozesse.
Das Deutsche Schulbarometer 2025 zeigt, dass der Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten aktuell als größte Belastung wahrgenommen wird. Auch der Einsatz digitaler Medien und die Anforderungen der individuellen Förderung nehmen hohen Stellenwert ein. Rund ein Drittel aller Lehrkräfte stuft die eigene Belastung als dauerhaft zu hoch ein.
Unter diesen Bedingungen ist es für Lehrkräfte äußerst schwierig, Fortbildungsinhalte umzusetzen – selbst dann, wenn die Motivation hoch ist. Dies bestätigt eine Untersuchung zur Transferbedeutsamkeit (Springer 2024): Entscheidend für die Umsetzung ist, dass die Lehrkraft den unmittelbaren Nutzen für ihre Praxis erkennt. Nur dann gelingt es, neue Strategien im Schulalltag auch tatsächlich auszuprobieren.
Doyle (2006) benennt einige der besonderen Anforderungen im Lehrberuf, wie z. B.:
- Es ist nicht möglich, zukünftige Geschehnisse vorauszusehen. Es kann jederzeit spontan vorkommen, dass eine Schülerin oder ein Schüler stört – selbst bei sehr gutem Unterricht.
- Es bleibt keine Zeit, um in Ruhe über die Reaktion auf eine schwierige Situation nachzudenken.
- Die Dauerbelastung ist permanent hoch. Die genannten Aspekte verdeutlichen, wie schwer es ist, zusätzlich das in Fortbildungen neu Erlernte umzusetzen
Forschungsbefunde zum Transfer
Neues Verhalten aufbauen – Ein längerer Weg
Wer entscheidet über Inhalte?
Fortbildungen mit der ganzen Schule und Autonomiebedürfnis der Lehrpersonen
Fortbildungen mit der ganzen Schule und Überlastung vieler Lehrpersonen
Transfer ermöglicht – Die Chancen von Schulleitungen
Das schulische Leitbild als Unterstützung der in einer Weiterbildung erarbeiteten Schwerpunkte
Das Support-Team
Als Schulleitung Interesse zeigen
Vorsatzforschung – Ziele umsetzen
Literatur
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