Fortbildungen sind unverzichtbar, um Schulen weiterzuentwickeln. Sie eröffnen neue Perspektiven, vermitteln erprobte Methoden und schaffen Anlässe für kollegialen Austausch. Doch eine Frage bleibt zentral: Wie wird aus einmaligen Impulsen nachhaltige Praxis? Die Erfahrung zeigt: Allzu oft verpufft die Wirkung im Schulalltag. Was im Seminar motivierend und klar erscheint, gerät angesichts voller Stundenpläne, spontaner Störungen und hoher Belastung schnell in den Hintergrund. Studien der letzten Jahre bestätigen diese Beobachtung. Sie machen zugleich deutlich, welche Rolle Schulleitungen dabei spielen, den Transfer in den Schulalltag zu sichern.

Warum Fortbildungen oft verpuffen

Fortbildungen gelten als Herzstück der Schulentwicklung – doch die Erfahrung zeigt: Das im Seminar Gelernte findet oft nur schwer seinen Weg in den Schulalltag. Viele Lehrkräfte starten motiviert, doch zwischen Korrekturen, Konferenzen und Unterrichtsvorbereitung bleibt wenig Raum, um neue Impulse wirklich umzusetzen.

Für Schulleitungen und Fortbildungsplaner:innen stellt sich daher die zentrale Frage: Wie gelingt es, dass Fortbildungen nachhaltig wirken – und nicht nach wenigen Wochen verpuffen?

Anspruchsvolle Rahmenbedingungen

Die Anforderungen an Lehrkräfte haben sich in den vergangenen Jahren eher verschärft. Digitalisierung, Inklusion, Integration von Kindern mit Fluchterfahrung und zuletzt der Umgang mit Künstlicher Intelligenz verlangen ständige Anpassungsprozesse.

Das Deutsche Schulbarometer 2025 zeigt, dass der Umgang mit herausforderndem Schülerverhalten aktuell als größte Belastung wahrgenommen wird. Auch der Einsatz digitaler Medien und die Anforderungen der individuellen Förderung nehmen hohen Stellenwert ein. Rund ein Drittel aller Lehrkräfte stuft die eigene Belastung als dauerhaft zu hoch ein.

Unter diesen Bedingungen ist es für Lehrkräfte äußerst schwierig, Fortbildungsinhalte umzusetzen – selbst dann, wenn die Motivation hoch ist. Dies bestätigt eine Untersuchung zur Transferbedeutsamkeit (Springer 2024): Entscheidend für die Umsetzung ist, dass die Lehrkraft den unmittelbaren Nutzen für ihre Praxis erkennt. Nur dann gelingt es, neue Strategien im Schulalltag auch tatsächlich auszuprobieren.

Doyle (2006) benennt einige der besonderen Anforderungen im Lehrberuf, wie z. B.:

  • Es ist nicht möglich, zukünftige Geschehnisse vorauszusehen. Es kann jederzeit spontan vorkommen, dass eine Schülerin oder ein Schüler stört – selbst bei sehr gutem Unterricht.
  • Es bleibt keine Zeit, um in Ruhe über die Reaktion auf eine schwierige Situation nachzudenken.
  • Die Dauerbelastung ist permanent hoch. Die genannten Aspekte verdeutlichen, wie schwer es ist, zusätzlich das in Fortbildungen neu Erlernte umzusetzen

 

Forschungsbefunde zum Transfer

    Neues Verhalten aufbauen – Ein längerer Weg

    Wer entscheidet über Inhalte?

    Fortbildungen mit der ganzen Schule und Autonomiebedürfnis der Lehrpersonen

    Fortbildungen mit der ganzen Schule und Überlastung vieler Lehrpersonen

    Transfer ermöglicht – Die Chancen von Schulleitungen

    Das schulische Leitbild als Unterstützung der in einer Weiterbildung erarbeiteten Schwerpunkte

    Das Support-Team

      Als Schulleitung Interesse zeigen

        Vorsatzforschung – Ziele umsetzen

          Literatur