Schulentwicklung lebt von guten Ideen – und von Entscheidungen, die alle mittragen. Gerade Schulleitungen stehen vor der Frage: Wie lassen sich Kollegien so einbinden, dass nicht nur wenige Stimmen den Ton angeben? Klassische Konferenzen stoßen hier schnell an Grenzen: Dominante Wortführerinnen und -führer, eine schweigende Mehrheit, Ergebnisse, die im Protokoll verschwinden.

Die Deep-Dive-Methode bietet einen Ausweg. Ursprünglich aus der Innovationsarbeit stammend, ermöglicht sie, viele Perspektiven einzubeziehen, kreative Ideen sichtbar zu machen und tragfähige Beschlüsse zu fassen.

Ihr Vorteil: Jede Stimme wird gehört, die Ergebnisse sind sofort dokumentiert und nutzbar. Für Schulleitungen bedeutet das demokratischere und nachhaltigere Entscheidungen – mit größerer Identifikation und schnellerer Umsetzung.

Typische Stolperfallen vermeiden

Häufig prägen drei Probleme Entscheidungsprozesse:

  • Dominanz einzelner Stimmen
  • Passivität vieler Kolleg:innen
  • Mangelnde Transparenz

So bleibt das Potenzial kollektiver Intelligenz ungenutzt. Deep Dive sorgt dafür, dass alle beteiligt sind und Ergebnisse verbindlich weiterbearbeitet werden.

Wichtig: Die Rechtliche und pädagogische Basis
Partizipation ist pädagogisch sinnvoll und rechtlich vorgeschrieben. Sie verbessert das Schulklima, steigert die Qualität der Entscheidungen und stärkt die Identifikation mit der Schule. Damit Deep Dive funktioniert, ist eine Mindestgröße von ca. zwölf Personen sinnvoll.

Ablauf und Umsetzung

Stellen Sie sich vor, Sie möchten mit Ihrem Kollegium über ein neues Medienkonzept entscheiden. Wenn nur die technikaffinen Lehrkräfte am Tisch sitzen, bekommen Sie zwar viele gute Ideen – aber andere Perspektiven fehlen. Mit der Deep-Dive-Methode stellen Sie sicher, dass alle Lehrkräfte, unabhängig von ihrer Vorerfahrung, gleichberechtigt ihre Sichtweisen einbringen können. So entstehen tragfähige und breit akzeptierte Entscheidungen.

Die Methode verläuft in klaren Phasen:

  1. Gruppenarbeit: Ideen werden auf Postern oder digitalen Whiteboards gesammelt.
  2. Wechsel: Mitglieder rotieren, geben Feedback und nehmen Impulse zurück.
  3. Überarbeitung: Poster werden ergänzt und weiterentwickelt.
  4. Präsentation: Ergebnisse werden kurz vorgestellt.

Nachhaltigkeit sichern