Zusammenfassung
Psychologische Spiele erkennen: Als Schulleitung verdeckte Konfliktmuster im Kollegium durchschauen
Verdeckte Kommunikationsmuster verstehen
- Psychologische Spiele sind wiederkehrende Gesprächsmuster, bei denen neben der ausgesprochenen Botschaft eine verdeckte Kommunikationsebene wirkt.
- Sie entstehen häufig automatisiert und sollten nicht vorschnell als bewusste Manipulation bewertet werden.
- Typische Folgen sind Ärger, Hilflosigkeit, unklare Zuständigkeiten und Gespräche, die sich ohne Ergebnis im Kreis drehen.
Das Drama-Dreieck im Schulalltag
- Das Drama-Dreieck nach Stephen Karpman unterscheidet die Rollen Opfer, Retter und Verfolger.
- Die Rollen beschreiben keine festen Persönlichkeitstypen, sondern situative Verhaltenspositionen.
- Beteiligte können während eines Gesprächs zwischen den Rollen wechseln.
- Schulleitungen geraten besonders leicht in die Retterrolle, wenn sie vorschnell Lösungen und Verantwortung übernehmen.
Warnsignale frühzeitig erkennen
- Verallgemeinerungen wie „immer“, „nie“ oder „keiner“ erschweren eine sachliche Klärung.
- Pauschale Personenurteile sollten auf konkret beobachtbares Verhalten zurückgeführt werden.
- Ein unklarer Gesprächsauftrag erhöht das Risiko, dass Schulleitung und Lehrkraft unterschiedliche Erwartungen verfolgen.
- Eigener Ärger, Rechtfertigungsdruck oder ein starker Hilfsimpuls können Anlass sein, die Gesprächsdynamik zu überprüfen.
Aus problematischen Rollen aussteigen
- Das Gewinner-Dreieck und die Empowerment Dynamic ersetzen Hilflosigkeit, Überverantwortung und Schuldzuweisung durch Eigenverantwortung, Klarheit und Coaching.
- Schulleitungen sollten zunächst klären, ob Zuhören, Beratung, Unterstützung oder eine Leitungsentscheidung erwartet wird.
- Verantwortung bleibt möglichst dort, wo sie fachlich und organisatorisch hingehört.
- Konkrete Vereinbarungen zu Aufgaben, Zuständigkeiten und Terminen führen das Gespräch zurück auf die Handlungsebene.
Klar und wertschätzend kommunizieren
- Psychologische Sicherheit erleichtert es, Fehler, Fragen und Bedenken offen anzusprechen.
- Kritik sollte konkrete Beobachtungen, Auswirkungen und Erwartungen benennen.
- Die Trennung von Beobachtung und Bewertung verhindert unnötige persönliche Angriffe.
- Das Drama-Dreieck ist ein Reflexionsmodell und ersetzt weder eine Sachverhaltsklärung noch schul- oder dienstrechtliche Verfahren.
Fazit
Schulleitungen können belastende Gesprächsmuster unterbrechen, indem sie automatische Reaktionen erkennen, den Auftrag des Gesprächs klären und Zuständigkeiten eindeutig ordnen. Ziel ist nicht die psychologische Einordnung einzelner Personen, sondern eine klare, wertschätzende und lösungsorientierte Führungskommunikation.
Psychologische Spiele erkennen: Als Schulleitung verdeckte Konfliktmuster im Kollegium durchschauen
Führungsinstrument ist das Gespräch – und genau hier lauern Fallen, die Ihnen das Leben schwer machen. Eine besonders tückische Gattung beschreibt die Literatur als „Psychologische Spiele“: verdeckte Kommunikationsmuster, in die Sie hineingezogen werden, ohne es zu merken, und an deren Ende sich alle Beteiligten schlechter fühlen.
Die Transaktionsanalyse bezeichnet solche wiederkehrenden, verdeckt ablaufenden Kommunikationsmuster als psychologische Spiele. Der Psychiater Eric Berne machte dieses Konzept insbesondere mit seinem 1964 erschienenen Buch Games People Play bekannt (Berne 1964).
Dieser Beitrag zeigt, wie Sie entsprechende Dynamiken erkennen, welche Rolle das Drama-Dreieck dabei spielt und wie Sie Gespräche wieder auf eine sachliche und lösungsorientierte Ebene führen.



