Sicher haben fast alle  schon einmal die Teamarbeit erlebt, bei der ein paar gearbeitet haben und der Rest sich zurückgelehnt hat. Vielleicht kam am Ende auch ein gutes Ergebnis heraus – vermutlich jedoch nur auf der Sachebene. Auf der Emotionsebene zeigt sich dabei oft Frust, Desinteresse und Verweigerung. Wie kann man es aber schaffen, dass alle sich am Teamprozess beteiligen und ihre Stärken einbringen?

 

Die Vielfalt nutzen – die Stärken jedes Einzelnen erkennen und nutzen

Aber es sind doch alle Lehrerinnen und Lehrer? – Gegenfrage: Sind alle Schüler gleich?

Nein. Also nehmen wir Ihr Team einmal auseinander. Meist gibt es unterschiedliche Typen.

Da ist zum Beispiel der Spezialist. Vermutlich sitzt er im Stellvertreterzimmer, jongliert Überstundenlisten und verteilt Klassen. Er liebt Struktur, Details und Genauigkeit. Beständigkeit und Aufgabenorientierung sind ihm wichtig. Er arbeitet akkurat, behält den Überblick und kennt die Fakten. Meist introvertiert, konzentriert er sich tief auf seine Aufgaben.

Daneben der Macher. Er plant nicht so gründlich, sondern will ins Handeln kommen – lieber den zweiten Schritt vor dem ersten. Er sucht Ergebnisse, handelt zügig und energisch, trifft zielorientierte Entscheidungen und geht im Kollegium oft voran. Manchmal sind das die Konferenzstars, weil sie die Bühne mögen.

Unterstützt wird er vom Netzwerker. Ebenfalls extrovertiert, aber stärker auf Menschen fokussiert. Man trifft ihn auf den Fluren, im Lehrerzimmer mit Kaffeetasse oder im Sekretariat: „Netzwerken ist alles“. Offen, fröhlich und aufgeschlossen – meist der erste, der neue Kollegen durchs Schulhaus führt.

Vierter im Bunde ist der Zuhörer. Auch ihm sind Menschen wichtig, aber er geht zurückhaltender auf sie zu. Er beobachtet aufmerksam, um den Überblick zu behalten und Sicherheit zu gewinnen. Oft ist er derjenige, der für alle ein Ohr hat, Aufgaben übernimmt, obwohl er selbst kaum Zeit hat, und nebenbei noch die Kaffeetasse oder Geburtstagsgeschenke organisiert.

Reflexion
Fällt Ihnen noch ein Typ ein? Ergänzen Sie die Liste und überlegen Sie, wer im Kollegium zu welcher Gruppe gehört.

Es geht nicht darum, in Schubladen zu denken. Ziel ist vielmehr, die Stärken und Potenziale zu sehen – und Aufgaben so zu verteilen, dass jeder seine Stärken einbringen kann.

    Teamkultur fördern – gemeinsame Werte finden