Multiprofessionelle Teams in der Schule
Zusammenfassung
Multiprofessionelle Teams in der Schule – Zusammenarbeit stärken und Entwicklung fördern
Warum multiprofessionelle Zusammenarbeit wichtig ist
- Multiprofessionelle Teams bündeln Kompetenzen von Lehrkräften, Schulsozialarbeit, Ganztag, Therapie und weiteren pädagogischen Fachkräften.
- Besonders im Startchancen-Programm, in Ganztagsschulen und in inklusiven Settings kann multiprofessionelle Zusammenarbeit Bildungsungerechtigkeiten abbauen.
- Schulleitungen verankern die Zusammenarbeit als Teil der Schulentwicklung.
Was multiprofessionelle Zusammenarbeit ausmacht
- Mehrere Berufsgruppen arbeiten langfristig und gezielt im schulischen Alltag zusammen.
- Verbindliche Zuständigkeiten, klare Absprachen und regelmäßiger fachlicher Austausch sind zentrale Merkmale.
- Unterschiedliche Perspektiven und Kompetenzen werden genutzt, um komplexe schulische Herausforderungen besser zu lösen.
Chancen für Förderung und Bildungsgerechtigkeit
- Multiprofessionelle Teams ermöglichen einen ganzheitlichen Blick auf Schülerinnen und Schüler.
- Unterschiedliche Lernzugänge, Methoden und Unterstützungsangebote fördern individuelle Entwicklung.
- Auch in der Elternarbeit können familiäre, sozioökonomische und kulturelle Hürden besser aufgegriffen werden.
Herausforderungen in der Zusammenarbeit
- Unterschiedliche Ausbildungen, Fachkulturen, Rollenbilder und Erwartungen können zu Reibungen führen.
- Schulleitungen müssen Perspektiven moderieren und ein gemeinsames Verständnis fördern.
- Zeitmangel, fehlende Abstimmungsräume und unklare Strukturen erschweren Kooperation.
- Beteiligungsstrukturen, gemeinsame Planung und Fortbildung unterstützen die Zusammenarbeit.
Wie Schulleitungen Teamarbeit fördern
- Schulleitungen prägen die Teamkultur durch Haltung, Vorbildfunktion und Führungsverhalten.
- Psychologische Sicherheit ermöglicht Offenheit, Beteiligung und konstruktiven Umgang mit Fehlern.
- Gemeinsame Werte und Ziele schaffen Orientierung für die Zusammenarbeit.
- Klare Rollen, Aufgaben und Zuständigkeiten machen das Team handlungsfähig.
Kommunikation und Reflexion sichern
- Feste Austauschzeiten, digitale Tools und klare Kommunikationswege erleichtern die Zusammenarbeit.
- Eine Teamwand kann Zuständigkeiten, Kompetenzen und Ansprechpersonen sichtbar machen.
- Strukturierte Reflexionsmethoden wie die Starfish-Retrospektive helfen, Stärken und Entwicklungsbedarfe zu erkennen.
- Informelle Formate wie ein Learning Lunch fördern Austausch und gemeinsame Lernprozesse.
Fazit
Multiprofessionelle Zusammenarbeit gelingt nicht von allein, sondern braucht klare Strukturen, gemeinsame Ziele und eine wertschätzende Kommunikationskultur. Schulleitungen haben dabei eine Schlüsselrolle, indem sie Beteiligung ermöglichen, Rollen klären und Reflexion im schulischen Alltag verankern.
Multiprofessionelle Teams in der Schule – Zusammenarbeit stärken und Entwicklung fördern
Schulen sind täglichen Veränderungen unterworfen: Die Schülerschaft wird immer heterogener und die Schülerinnen und Schüler bringen individuelle Lernausgangsvoraussetzungen, Lernbedürfnisse, Interessen und Begabungen mit. Insbesondere in Schulen, die am Startchancen-Programm teilnehmen, ist der Bedarf an individueller Unterstützung oft hoch und die Schulen stellen sich häufig die Frage, wie sie Bildungsungerechtigkeiten noch besser ausgleichen können.
Immer mehr Schulen setzen dabei auf ein multiprofessionelles Team, das neben den Lehrkräften u. a. auch aus Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeitern, Fachkräften aus der Logopädie, Ergotherapie sowie weiteren pädagogischen Fachkräften besteht. Auch in Schulen mit einem Ganztagsangebot arbeiten häufig Menschen aus unterschiedlichen Berufsgruppen zusammen.
Besonders in Schulen, die erfolgreich inklusiv arbeiten, sind Kooperationen häufig systematisch und auf hohem Niveau zu finden.
Eine Rahmenbedingung hierfür sind laut Huber (2018) die Schulleitungen. Sie sind diejenigen, die Schulentwicklungsprozesse auch hinsichtlich der Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams verankern. Dabei kann die Zusammenarbeit auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden – beispielsweise im Unterricht, in der Steuergruppe oder mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern. Darüber hinaus sind verschiedene Intensitätsstufen der Zusammenarbeit denkbar – von einem eher unverbindlichen Austausch bis hin zur Ko-Konstruktion und gemeinsamen Durchführung von Unterricht und Angeboten (vgl. Müller & Kuhl 2021, o. S.).
Eine erfolgreiche Zusammenarbeit im multiprofessionellen Kontext bedeutet dabei auch, dass die Eltern sowie die Schülerinnen und Schüler als Teil des Teams einbezogen werden.
Was ist eigentlich multiprofessionelle Zusammenarbeit?
Speck (2020) benennt mehrere Merkmale, durch die sich eine multiprofessionelle Zusammenarbeit in der Regel auszeichnet:
- Sie besteht, wenn mehr als zwei unterschiedliche Berufsgruppen langfristig und gezielt gemeinsam im schulischen Alltag zusammenarbeiten.
- Es liegt ein hoher Spezialisierungsgrad der beteiligten Berufsgruppen vor.
- Es gibt genaue Absprachen und verbindliche Zuständigkeiten der einzelnen Teammitglieder.
- Es findet ein regelmäßiger und umfangreicher fachlicher Austausch zwischen den einzelnen Teammitgliedern und unterschiedlichen Berufsgruppen statt.
- Nicht zuletzt ist sie dann angezeigt, wenn im schulischen Alltag eine Herausforderung auftritt, deren Lösung erfolgreicher ist, wenn die Kompetenzen unterschiedlicher Berufsgruppen zusammenwirken.
(vgl. Speck 2020, S. 1455)
Chancen der multiprofessionellen Zusammenarbeit
Herausforderungen der multiprofessionellen Zusammenarbeit
Führung gestalten: Wie Schulleitungen multiprofessionelle Teamarbeit fördern
Im Gespräch bleiben: Kommunikations- und Reflexionsstrukturen
Fazit
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