Whole School Approach und BNE
Zusammenfassung
Whole School Approach: Nachhaltigkeit leben statt lehren
Vom Wissen zum Handeln
Viele Schulen vermitteln Nachhaltigkeit als Unterrichtsthema – doch Wissen allein verändert kein Verhalten. Der Whole School Approach (WSA) überführt Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) in eine gelebte Schulkultur, in der Lehrkräfte, Lernende und Eltern gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Die Intentions-Verhaltenslücke schließen
Zwischen Erkenntnis und Umsetzung klafft eine Lücke. Lernende wissen um ökologische und soziale Probleme, fühlen sich aber oft ohnmächtig. Emotionale Resonanz, Naturverbundenheit und partizipative Strukturen helfen, diese Lücke zu überwinden und Motivation in Handeln zu verwandeln.
Emotionen und Selbstwirksamkeit stärken
Grund & Brock zeigen: Nachhaltigkeit gelingt, wenn junge Menschen emotionale Anknüpfungspunkte finden und in der Schule Möglichkeiten erleben, wirksam zu handeln. Schulen müssen Räume schaffen, in denen nachhaltiges Verhalten erfahrbar wird.
Ganzheitlich denken – vernetzt handeln
BNE ist kein Zusatzthema, sondern ein Bildungsprinzip, das Kooperation zwischen Schule, Kommune und Zivilgesellschaft erfordert. Fehlende Lehrplanverankerung und Fortbildungen bremsen jedoch die Umsetzung. Der WSA bietet einen Rahmen, um Nachhaltigkeit strukturell zu verankern.
Schritte zur Umsetzung
- Bestehende Strukturen und Projekte analysieren
- Gemeinsame Vision entwickeln
- Lehrpläne auf Partizipation und Eigenverantwortung ausrichten
- Kompetenzen gemäß IDG-Framework fördern: Achtsamkeit, Empathie, Kooperation, Handlungsorientierung
Fazit
Der Whole School Approach verwandelt Nachhaltigkeit von einem Lerninhalt in eine Schulkultur. Wenn Schulen als Reallabore für gemeinsames Handeln agieren, fördern sie Selbstwirksamkeit, Verantwortung und Zukunftskompetenz – zentrale Voraussetzungen für eine Bildung im Sinne der Agenda 2030.
Whole School Approach und BNE – Ein Konzept für ganzheitliche Schulentwicklung
Der Whole School Approach zeigt, wie Schulen Nachhaltigkeit nicht nur lehren, sondern leben können. Er verbindet Wissen, Haltung und Handeln und macht Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zu einem gemeinschaftlichen Prozess.
Wenn Lehrkräfte, Lernende und die gesamte Schulgemeinschaft Verantwortung übernehmen, entsteht eine Kultur des Mitgestaltens – und Nachhaltigkeit wird vom Unterrichtsprinzip zur gelebten Schulrealität.
Wir sind nur wirksam, wenn wir (vor-)leben, was wir lehren
Der Whole School Approach (WSA) gilt als besonders wirksamer Ansatz, um gemeinsames nachhaltiges Handeln in Bildungseinrichtungen zu fördern. Wie die Untersuchung von Grund & Brock im Nationalen Monitoring zu Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) zeigt, entfaltet ein WSA in Schulen einen hohen Wirkungsgrad: Lernende und Lehrende entwickeln gemeinsam Strukturen, in denen Nachhaltigkeit nicht nur gelehrt, sondern gelebt wird.
Wissen allein reicht nicht
Wir alle wissen, dass Süßigkeiten ungesund sind und Fliegen dem Klima schadet – und tun es trotzdem. Dieses Handeln wider besseres Wissen zeigt sich in vielen Lebensbereichen – auch in der Schule.
Im Erdkundeunterricht lernen Schülerinnen und Schüler, warum „Fast Fashion“ Mensch und Umwelt schadet, kaufen aber am Nachmittag neue T-Shirts. Im Hauswirtschaftsunterricht erfahren sie, dass Fleischkonsum problematisch ist, während es in der Mensa nur Fleisch und Pommes gibt. Lehrkräfte ermutigen Kinder, mit dem Fahrrad zu kommen, fahren aber selbst mit dem Auto – ebenso wie viele Eltern, die ihre Kinder aus Sicherheitsgründen bis vor das Schultor bringen.
Oft fragt man sich, ob Unterricht überhaupt etwas bewirkt, wenn Wissen nicht zu entsprechendem Verhalten führt.
| Die Intentions-Verhaltenslücke |
| Zwischen Wissen und Handeln liegt also ein Graben – die Intentions-Verhaltenslücke (IVL). Um diesen zu überwinden, braucht es Wissen über die Lücke und Strategien, sie zu schließen. |
Statistiken zeigen, dass solche Widersprüche zahlreich sind. Zwar haben viele gute Absichten, doch das tatsächliche Verhalten bleibt oft weit dahinter zurück – etwa beim Einkauf hinsichtlich CO₂-Bilanz, Markenverantwortung oder Arbeitsbedingungen.
Es braucht keine neuen Themen, sondern ganzheitliche Konzepte
Der Whole School Approach als Rahmen
Fazit
Literatur
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