Kollegium kennenlernen

Zu Beginn Ihrer Tätigkeit an einer neuen Schule stand sicher die Frage im Raum: Wie soll ich mir all die Namen merken? Mit der Zeit gelingt dies – doch damit beginnt die eigentliche Aufgabe. Denn wer eine Schule leitet, sollte die Menschen nicht nur mit Namen kennen, sondern auch ihre Arbeitsweisen, Stärken und Persönlichkeiten verstehen.

Eine gute Möglichkeit sind gezielte Gespräche und Unterrichtshospitationen. Viele Lehrkräfte reagieren auf das Wort „Hospitation“ zunächst mit Skepsis, da sie Kontrolle befürchten. Daher ist es wichtig, Ihr Anliegen klar und transparent zu kommunizieren: Sie möchten Ihre Kolleginnen und Kollegen kennenlernen, nicht bewerten. Hilfreich ist es, die Schwerpunkte schriftlich festzuhalten, etwa mithilfe eines Fragebogens für offenen Austausch.

 

Neugierig und authentisch sein

Ihre wichtigste Haltung ist Neugier gepaart mit Authentizität. Sie wollen ehrlich wissen, mit wem Sie in den kommenden Jahren zusammenarbeiten werden. Es geht nicht darum, Lehrkräfte in Schubladen zu stecken, sondern offen auf jede Person zuzugehen.

Alle Menschen neigen dazu, sich in den ersten Sekunden ein Bild vom Gegenüber zu machen. Seien Sie sich dessen bewusst und arbeiten Sie aktiv dagegen. Suchen Sie das persönliche Gespräch, zeigen Sie echtes Interesse – auch an Themen jenseits des Unterrichts.

Bei Unterrichtsbesuchen liegt der Fokus auf den Stärken der Lehrkraft. Niemand ist perfekt – und das muss auch nicht sein. Machen Sie dies deutlich, bevor Sie eine Stunde besuchen. Im anschließenden Reflexionsgespräch schildern Sie Ihre Eindrücke wertschätzend und laden zur gemeinsamen Reflexion ein. Behalten Sie die Informationen, die Sie gewinnen, im Hinterkopf – sie werden Ihnen in Ihrer Leitungsarbeit sicher noch nützlich sein.

Wichtig
Authentizität ist der Schlüssel. Lehrkräfte spüren sehr schnell, ob Ihr Interesse echt ist. Weniger Fragen und ein ehrliches, kürzeres Gespräch sind besser als aufgesetzte Neugier.

 

Interaktive Konferenzen gestalten

Menschen lernt man am besten durch Gespräche kennen. Warum also dieses Wissen nicht auch für Konferenzen nutzen? Bitten Sie regelmäßig Lehrkräfte, Beispiele aus ihrem Unterricht vorzustellen. So kommen Sie vom passiven Zuhören ins aktive Lernen. Auch kleine Ideen sind wertvoll und können den Unterricht anderer bereichern.

Wählen Sie Tagesordnungspunkte gezielt aus. Reine Informationen können Sie vorab verschicken, damit Konferenzen Raum für Austausch und Diskussion haben. So werden Sitzungen kürzer, lebendiger und wirkungsvoller. Binden Sie Lehrkräfte aktiv in die Moderation ein und schaffen Sie Gelegenheiten, unterschiedliche Stimmen zu hören.

Austausch über Unterricht fördern

Fazit