Ein Beitrag von Schulentwicklungsbegleiter und Fachbeiratsmitglied Dr. Heinz Hinz
Porträt von Fachbeiratsmitglied Dr. Heinz Hinz

© Privat

Dr. Heinz Hinz ist Leiter des IF Institut for Future Design (Überlingen) und wissenschaftlicher Studienleiter an der ISBA bei Kolping/Stuttgart. Als erfahrener Schulleiter und Dozent begleitet er seit Jahren Schulen und Kommunen in zukunftsorientierten Schulentwicklungs- und Startchancenprozessen.

Das zentrale Anliegen seines folgenden Artikels ist es, den Übergang vom traditionellen, klassischen Führungshandeln in der Schulleitung hin zu einem New Leadership, einem Führungshandeln der Zukunft, aufzuzeigen.

Der folgende Artikel ist eine gekürzte und überarbeitete Version des Beitrags New Leadership – Schulleitung der Zukunft, erschienen in: → Kompass für den Schulwandel – Schule sicher in die Zukunft führen. RAABE 2024. S. 125–142.

 

Zur Ausgangslage: Wir leben in einer „Durcheinander-Welt“

Wir sind in einer Welt der „Omni-Krise“ (Horx o. J.). Unsere Gegenwart ist geprägt durch große Herausforderungen: Klimakrise, Künstliche Intelligenz, Populismus – um nur einige diverse akute Probleme zu nennen. Im Kern befinden wir uns in der Auseinandersetzung mit dem „Loslassen“ aus der alten Welt (Scharmer) im Übergang in eine auftauchende Zukunft – man könnte auch sagen, wir befinden uns mitten in der „Durcheinander-Welt“.

Damit ist mehr gemeint als eine weitere Krisendiagnose. Der Begriff beschreibt einen Zustand permanenter Gleichzeitigkeit widersprüchlicher Anforderungen: Stabilität sichern und Innovation ermöglichen, Individualisierung fördern und Gemeinschaft stärken, Beschleunigung gestalten und Entschleunigung schützen.

Für Schulleitungen bedeutet dies, nicht mehr zwischen „richtig“ und „falsch“ zu entscheiden, sondern Spannungen professionell zu moderieren. 

Führung wird damit zur Fähigkeit, Ambivalenzen auszuhalten und produktiv zu machen. Traditionelle Orientierungsangebote verlieren angesichts gesellschaftlicher Dynamik an Selbstverständlichkeit. Daraus lässt sich, wenn man genauer hinschaut, auch eine Führungskrise in pädagogischen, menschenbezogenen und besonderen Organisationen – wie Schule – erkennen.

Die dadurch entstehende und gefühlte Überforderung kann bei Führungskräften Orientierungslosigkeit und Unverständnis auslösen. Ebenso wird deutlich, dass diese Orientierungslosigkeit nicht nur auf die Einzelschule bezogen ist. Sie taucht, wenn man differenzierter hinschaut, im gesamten Bildungssystem auf. Heinz Klippert hat diesen Zustand sehr deutlich und differenziert in seiner Auseinandersetzung mit dem Werk „Die gelähmte Bildungspolitik“ aufgezeigt (Klippert 2023).

Da wir uns in einer Phase befinden, in der das klassische Führungshandeln nicht mehr die gewünschten Wirkungen entfaltet, muss auch an Schulen Führungshandeln entdeckt, entwickelt, erlernt und neu erworben werden. Wir benötigen neue Denkmodelle, um in der Zeit intensiver Dynamik und Komplexität arbeitsfähig, psychisch und mental gesund zu bleiben.

 

Schule der Zukunft gestalten

Die zentrale Fragestellung lautet: Wie muss Schule in Zukunft gestaltet und geführt werden, dass die Schülerinnen und Schüler, die unsere Schulen verlassen, sich als mündig handelnd erleben und in dieser „Durcheinander-Welt“ zurechtfinden können? Wie sieht dann innovatives Schulleitungshandeln der Zukunft aus?

        Trends und Handlungsoptionen in der auftauchenden Zukunft

            Fazit