Kennen Sie das? Sie verlassen ein Projekt oder wechseln die Stelle – und erst beim Abschied hören Sie plötzlich, wie sehr Ihre Arbeit geschätzt wurde. Lob, das während der Zusammenarbeit fehlte, kommt nun verspätet. Schade, denn Wertschätzung ist eng mit dem Selbstwertgefühl verknüpft: Wer sie erfährt, entwickelt Stärke, Zutrauen und Motivation.

Echte Wertschätzung ist keine Methode, sondern eine Haltung. Sie zeigt Respekt für die ganze Person, schafft Vertrauen und fördert ein gutes Arbeitsklima. Doch warum wird sie so selten ausgesprochen? Oft liegt es am Zeitdruck und daran, dass Führungskräfte den Blick stärker auf Defizite als auf Gelungenes richten. Dabei könnte regelmäßige Anerkennung viel positive Energie freisetzen – rechtzeitig, nicht erst zum Abschied.

 

5 Tipps für einen wertschätzenden Umgang

  • Bevor Sie aus der Schule gehen, nehmen Sie sich 5 Minuten und überlegen Sie, was Ihnen heute aufgefallen ist, was Sie gefreut hat bei Ihren Kolleginnen und Kollegen. Legen Sie den Fokus auf die Potenziale Ihrer Mitarbeitenden.
  • Äußern Sie dies beim nächsten Kontakt.
  • Schließen Sie Ihren Tag ab, indem Sie sich drei Dinge in Erinnerung rufen, die Ihnen selbst im Lauf des Tages gelungen sind. Legen Sie den Fokus auf sich selbst.
  • Überlegen Sie sich, wie Sie Ihre Meetings abschließen, z.B. „Mir hat heute gut getan….“ Oder „Was fand ich heute gut…“.
  • Wenn Sie etwas zu kritisieren haben, beginnen Sie mit einem positiven Aspekt und schließen Sie mit „Wie kann ich Sie unterstützen?“

 

Beispiel

Ziel: Jeden Tag bewusst Wertschätzung ins Kollegium bringen – ohne großen Zeitaufwand.
Einsatz: Am Ende oder zu Beginn des Arbeitstags, auch zwischendurch nutzbar.

Schritt-für-Schritt:

Beobachten: Notieren Sie spontan 1–2 Situationen, in denen Kolleg:innen Engagement oder Kreativität gezeigt haben.

(Beispiel: „Frau Müller hat sehr ruhig die schwierige Elternrunde moderiert“).

Erkennen: Fragen Sie sich: Was daran hat mich beeindruckt oder gefreut?