Abistreiche, Mottowochen, Abschlussbälle und andere Abschlussrituale gehören an vielen Schulen zur Schulkultur. Sie markieren für die Absolventinnen und Absolventen einen biografisch wichtigen Übergang: Nach vielen Jahren im System Schule wollen sie sichtbar Abschied nehmen, Regeln spielerisch umkehren, gemeinsam feiern und sich als Jahrgang noch einmal erleben. Für Schulleitungen sind diese Tage zugleich eine pädagogische Chance und eine organisatorische Herausforderung. Es geht um Beteiligung, Verantwortung und Anerkennung – aber auch um Aufsicht, Alkohol- und Drogenkonsum, Sicherheit, Brandschutz und die Außenwirkung der Schule. Wie können Sie einen Abistreich und andere Abschlussrituale sicher gestalten?

Patentrezepte gibt es nicht. Doch gerade wenn Schulleitungen ihren Abschlussjahrgängen Freiräume geben wollen, lohnt sich eine gute Vorbereitung: klare Absprachen, verlässliche Zuständigkeiten und ein gemeinsames Verständnis davon, wie ein gelungener Abschied aussehen kann. So entsteht ein Rahmen, in dem Kreativität, Feierfreude und Verantwortung zusammenfinden.

 

Was Abistreich und andere Abschlussrituale für Jugendliche bedeuten

Zum Ende der Schulzeit wollen viele Abschlussjahrgänge den geordneten Schulbetrieb für kurze Zeit symbolisch umkehren. Unterrichtsroutinen werden unterbrochen, Lehrkräfte werden in Spiele einbezogen, der Schulhof wird zur Bühne, Kostüme und Musik schaffen Ausnahmezustand. Das ist nicht nur Störung, sondern auch Ritual: Die Jugendlichen inszenieren ihren Abschied aus der Institution, in der sie viele Jahre verbracht haben.

Für Schülerinnen und Schüler gehören dabei häufig zwei sehr unterschiedliche Formen des Abschieds zusammen: der festliche, oft aufwendig vorbereitete Abschlussball und das karnevaleske Satyrspiel des Abistreichs. Einerseits wollen sie Anerkennung, Applaus und Wertschätzung durch Lehrkräfte, Eltern und Schulleitung. Andererseits wollen sie Regeln dehnen, Autorität spielerisch infrage stellen und zeigen: Jetzt gehen wir.

Schule tut gut daran, diese Ambivalenz zu verstehen. Wer nur auf Störung blickt, verkennt die Bedeutung des Rituals. Wer nur auf Freiheit setzt, unterschätzt die Risiken.

 

Drei mögliche Leitungshaltungen

Die liberale Haltung: Vertrauen geben

Eine liberale Schulleitung gewährt dem Abschlussjahrgang Freiräume. Sie vertraut darauf, dass die Schülerinnen und Schüler verantwortungsvoll handeln, und verzichtet auf enge inhaltliche Vorgaben. Diese Haltung kann pädagogisch stark sein: Sie signalisiert Respekt und nimmt die jungen Erwachsenen ernst.

Riskant wird sie, wenn sie nur aus freundlicher Distanz besteht. Wenn es keine Vorgespräche, keine Zuständigkeiten, keine Konsequenzen und keinen Plan B gibt, trägt die Schulleitung am Ende die Verantwortung für ein Geschehen, das sie nicht vorbereitet hat. Gerade bei liberaler Grundhaltung braucht es ein Sicherheitskonzept.

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