Immer mehr Schülerinnen und Schüler leiden unter psychischen Belastungen. Stress, Erschöpfung oder depressive Symptome nehmen seit Jahren zu. Studien wie „Jugend in Deutschland 2024“ zeigen, dass mehr als die Hälfte der Jugendlichen unter dauerhaftem Stress steht. Für Schulen ist das nicht nur ein pädagogisches, sondern auch ein organisatorisches Thema: Schulleitungen sind Schlüsselakteure, wenn es darum geht, psychische Gesundheit nachhaltig in der Schulkultur zu verankern.

 

Schule als Schutzraum verstehen

Schulen sind für viele Kinder und Jugendliche der wichtigste soziale Lernort. Sie können psychische Gesundheit stärken – oder unbewusst verschärfen.

Für Schulleitungen bedeutet das:

  • Kultur des Hinsehens etablieren – psychische Belastungen sollen offen und ohne Stigmatisierung thematisiert werden.
  • Strukturen schaffen, die unabhängig von einzelnen engagierten Lehrkräften tragen.
  • Ressourcen gezielt einsetzen, um sowohl Prävention als auch Krisenintervention zu ermöglichen.
Tipp
Verankern Sie das Thema im Schulprogramm und machen Sie es zu einem regelmäßigen Punkt in Konferenzen. So bleibt es auf Leitungsebene präsent.

 

Ein Frühwarnsystem aufbauen

Frühzeitig handeln zu können, ist entscheidend. Viele Schulen verlassen sich darauf, dass Lehrkräfte Auffälligkeiten von selbst melden. Doch das reicht oft nicht aus.

Schritte für Schulleitungen:

  1. Rollen und Zuständigkeiten klären: Wer ist Ansprechperson bei Auffälligkeiten? (Schulsozialarbeit, Beratungslehrkräfte, externe Fachstellen)
  2. Meldewege transparent machen: Definieren Sie, wie und an wen Beobachtungen weitergegeben werden.
  3. Schulung des Kollegiums: Fortbildungen zum Erkennen von Frühwarnsignalen (z. B. Wesensveränderungen, Rückzug, Leistungsabfall).
  4. Netzwerke einbinden: Kooperation mit Jugendämtern, Beratungsstellen und Kinder- und Jugendpsychiatrien.

      Psychische Gesundheit als Teil der Schulkultur