Psychische Belastungen von Schülerinnen und Schülern bleiben oft lange unbemerkt. Die Symptome sind subtil und äußern sich häufig in Wesensveränderungen, Rückzug oder Leistungseinbrüchen. Je früher ein Team solche Signale erkennt, desto eher kann geholfen werden. Schulleitungen sind gefragt, das Kollegium systematisch zu schulen und klare Strukturen vorzugeben.

 

Frühwarnsignale erkennen

Lehrkräfte stehen täglich in engem Kontakt mit den Lernenden und können Veränderungen als Erste wahrnehmen. Damit diese Hinweise nicht übersehen oder falsch eingeordnet werden, ist gezielte Sensibilisierung notwendig.

Mögliche Hinweise auf eine psychische Belastung
  • Körperliche Symptome: wiederkehrende Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Erschöpfung, plötzliche Gewichtsschwankungen
  • Äußere Veränderungen: Vernachlässigung der persönlichen Hygiene oder plötzliche Veränderungen im Aussehen (z. B. Frisur, Kleidung, Accessoires, Symbole)
  • Verhaltensänderungen: Soziale Rückzugstendenzen (Meidung sozialer Aktivitäten, von Lieblings-aktivitäten oder Rückzug von Hobbys, Isolierung oder erkennbare Schwierigkeiten bei der Interaktion mit anderen), Aggressivität, übermäßige Unruhe oder extreme Stimmungsschwankungen, gedämpftes und kraftloses Auftreten, übermäßiger oder mangelnder Schlaf, hoher Medienkonsum und ggf. Konsum von Substanzen, Änderung des Essverhaltens
  • Emotionale Auffälligkeiten: übermäßige Ängstlichkeit, Traurigkeit, häufiges Weinen, Reizbarkeit oder unkontrollierbare Wutausbrüche; Grübeln, Ängste
  • Schulische Indikatoren: Verschlechterung der schulischen Leistungen, Fehlzeiten, Wechsel der Bezugsgruppe oder Isolation (alleine auf dem Schulhof, in den Pausen dauerhaft auf Toilette …), ausgeprägtes Interesse an morbiden Themen (v. a. in den geisteswissenschaftlichen Fächern) oder toxischen Substanzen und ihren Wirkungen (v. a. in Biologie und Chemie), „Schlaffheit“ im Sportunterricht

 

Kollegium handlungssicher machen

Viele Lehrkräfte haben Angst, etwas falsch zu machen, wenn sie Schülerinnen und Schüler auf mögliche psychische Probleme ansprechen. Diese Unsicherheit können Schulleitungen aktiv abbauen.

 Konkrete Maßnahmen

  1. Gesprächsleitfäden aushändigen: Standardisierte Formulierungen geben Sicherheit.
  2. Fortbildungen verpflichtend einplanen: „Erste Hilfe für die Psyche“ als festes Element des Schulentwicklungskonzepts.
  3. Multiprofessionelle Teams sichtbar machen: Das Kollegium muss wissen, an wen es sich mit Sorgen wenden kann (z. B. Beratungslehrkraft, Schulsozialarbeit, externe Partner).
  4. Dokumentation vereinfachen: Niedrigschwellige Meldemöglichkeiten (z. B. internes Online-Formular oder anonymisierte Sorgenzettel).

 

Gespräche mit Schülerinnen und Schülern

        Externe Hilfen